Am 18. und 19.09.2026 findet in Bonn die gemeinsame Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Funktionelle Neurologische Störungen (AG FNS) und des Experten-Panels Psychosomatische Epileptologie der DGfE statt.
Die Tagung steht Interessierten aller Berufsgruppen offen, die sich in ihrer Arbeit mit funktionell-neurologischen (bzw. somatoform-dissoziativen) Störungen beschäftigen. In diesem Jahr stehen insbesondere funktionelle/dissoziative Anfälle im Fokus.
Neben einem klinisch und wissenschaftlich hochrangigen Programm mit Vorträgen und Workshops bestehen viele Gelegenheiten zum Kennenlernen und zum persönlichen Austausch.
Auch die beiden Hochschulprofessor:innen Prof.in Dr. Kathrin Seifert und Prof. Dr. Leonard Cruz geben dort Workshop.
Text zum gemeinsamen Workshop:
Funktionelle neurologische Störungen (FNS) repräsentieren ein komplexes Krankheitsbild an der Schnittstelle von Neurologie und Psychosomatik. Da die Symptomatik häufig eine Diskrepanz zwischen subjektivem Erleben und objektivem organischem Befund aufweist, stoßen rein verbale Therapieansätze oft an ihre Grenzen. Künstlerische Therapien – insbesondere Kunsttherapie sowie Tanz- und Bewegungstherapie – bieten hier einen wichtigen Zugang über präverbale und implizite Ebenen der Erfahrung.
Der vorliegende Ansatz nutzt die Synergie von Kunsttherapie und Tanz-/Bewegungstherapie. In der Tanztherapie wird durch gezielte Interventionen zur Förderung von Interozeption und Propriozeption die verkörperte Selbstwahrnehmung (Embodiment) gestärkt. Dies ermöglicht es den Patient:innen, dysfunktionale Bewegungsmuster spielerisch zu erkunden und ein Gefühl von Autonomie über den eigenen Körper zurückzugewinnen. Aufbauend auf der Laban Movement Analysis (LMA) werden die Teilnehmenden eingeladen, Bewegung als eine Sprache zu erforschen, durch die Emotionen, Intentionen und verkörperte Erfahrungen wahrgenommen, ausgedrückt und transformiert werden können. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den von Laban beschriebenen Antriebsqualitäten bzw. Gegensatzpaaren – Offen/Geschlossen, Plötzlich/Getragen, Fest/Leicht sowie Direkt/Indirekt –, die als kreative Impulse sowohl für die Bewegungsforschung als auch für die künstlerische Gestaltung dienen und neue Wege des Selbstausdrucks und der Sinnstiftung eröffnen.
Die Kunsttherapie kann als Medium der Externalisierung fungieren. Durch den gestalterischen Prozess werden nonverbale und häufig traumabezogene Inhalte in eine sichtbare und greifbare Form überführt. Dieser Transfer vom körperlichen Impuls zum bildnerischen Symbol fördert die narrative Integration: Das „Unaussprechliche" erhält eine Gestalt, wodurch sowohl eine notwendige therapeutische Distanzierung als auch eine emotionale Entlastung ermöglicht werden.
Ziel des kombinierten Ansatzes ist die Transformation von Symptomen in gestaltbare und erforschbare Narrative. Durch multisensorische Methoden werden Resilienz gestärkt und Beziehungsfähigkeiten gefördert. Die therapeutische Arbeit zielt darauf ab, das Erleben von Selbstwirksamkeit (Empowerment) zu reaktivieren und die Integration fragmentierter Körpererfahrungen in das Selbstkonzept zu unterstützen.
Im Rahmen des Workshops werden diese theoretischen Grundlagen in praxisnahe Übungen übersetzt. Durch Selbsterfahrungsmomente erleben die Teilnehmenden, wie der fließende Wechsel zwischen visueller Gestaltung und körperlichem Ausdruck die therapeutische Beziehung vertiefen und neue Wege der narrativen Arbeit mit Menschen mit FNS eröffnen kann.
Bei Gruppen und Klassen bitten wir um Voranmeldung.
Mo. - Do. 09:00 - 13:00 Uhr
Studentische Studienberatung
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studienberatung@hks-ottersberg.de
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Termine nach Asprache
Nachteilsausgleich
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18. und 19. September 2026
Prof.in Dr. Kathrin Seifert und Prof. Dr. Leonard Cruz geben einen Workshop auf der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Funktionelle Neurologische Störungen in Bonn.
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