Raum der Stille

Künstlerisches Musterprojekt mit Studieren
Leitung Prof. Elke Wolf, Prof. Friederike Gölz

»Zeit für Stille«

Gerade ein Krankenhausaufenthalt kann innerlich bewegen. Sorgen um sich selbst oder einen Angehörigen – aber auch die Freude über die Geburt eines Kindes kann uns berühren. Fragen nach Vergänglichkeit und Tod können sich aufdrängen.

Der Raum der Stille ist für alle offen, die einen Moment der Stille im alltäglichen Krankenhaus-Getümmel suchen. Er bietet einen Zufluchtsort zum stillen und friedlichen Verweilen und um Kraft in der Stille zu schöpfen.

Der »Raum der Stille« formuliert eine leise Antwort auf die überwiegend „laute Welt“ unserer hoch technologisierten Gesellschaft. Er lädt dazu ein, Hektik und Lärm für einen Moment hinter sich zu lassen und lädt ein in uns hinein zu horchen. Mit dem Schließen der Tür wird eingeladen, den Alltag mit seinen Sorgen, Nöten und Ängsten zurückzulassen, er verliert seine bedrückende Kraft. Ganz allmählich kann sich die Ruhe des Raumes in einem ausbreiten.

Gedanken dürfen in ein paar Worten festgehalten werden. Die besondere Atmosphäre des Raumes darf einfach wirken. Sie erhellt nicht nur den Raum, sondern weitet den Blick auch für die Außenwelt - bei aller Abgeschiedenheit.


„Die Blüten fielen - Und still geworden sind nun. Die Menschenherzen“ (japanischer Haiku)
„Die Blüten fielen
Und still geworden sind nun
Die Menschenherzen“

(japanischer Haiku)



Projektentstehung und Durchführung


Im Zuge des Neubaues der Intensivstation ergab sich für die Aller-Verden-Klinik die Notwendigkeit einen „Raum der Stille“ der dem Umbau zum Opfer gefallen war neu zu konzipieren. Auf Initiative der Geschäftsführerin Frau Baehr wurde in Kooperation mit der HKS Ottersberg daraus ein künstlerisches Projekt entwickelt.

Studierende der Hochschule für Künste im Sozialen bekamen den Auftrag, künstlerisch forschend dem Anliegen „Raum der Stille“ zu begegnen und daraus ein ästhetisches Raumkonzept zu konzipieren. Auf Initiative der Geschäftsführerin der Aller-Weser-Klinik, Frau Baehr, trafen sich Dozentinnen und Studierende der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg, um gemeinsam mit Mitgliedern der Klinik und der Krankenhausseelsorge ein Musterprojekt zur künstlerischen Neugestaltung des „Raums der Stille“ zu starten.

Ziel ist es, Patienten, Angehörige und Besucher im turbulenten Klinikalltag Raum der Besinnung zu ermöglichen, um dort in Ruhe die Gedanken zu ordnen. In einer Zusammenkunft wurden unterschiedliche Nutzungsbedürfnisse geäußert. Menschen aller Konfession sollen sich eingeladen fühlen, im Rahmen ihres Krankenhausaufenthaltes einen Rückzugsort zur inneren Einkehr für Stille und Meditation finden zu können.
Darüber hinaus bestand der Wunsch, diesen auch für Gespräche und geistlichen Beistand zu nutzen.

Vier Studentinnen haben bei Hospitationen den Klinikalltag mit seinen Sorgen und Nöten kennen gelernt und sich sowohl mit den Bedürfnissen der Patientinnen als auch mit den unterschiedlichen Nutzungswünschen auseinander gesetzt. Darüber hinaus haben sie den vorgesehen Raum erkundet und dessen Möglichkeiten erforscht.

Unter der Leitung von Prof. Friederike Gölz und Prof. Elke Wolf der HKS Ottersberg haben die Studentinnen sich aktiv mit der künstlerischen Projektfrage beschäftigt und gemeinsam unterschiedliche Raumkonzepte entwickelt und modellhaft konzipiert. Aus dieser Auseinandersetzung haben sich jetzt einige Entwürfe herauskristallisiert. Diese Entwürfe wurden in einem Exposée und einer Präsentation vor Ort vorgestellt.


Die Idee: Ein Meditationsraum


Im Zentrum des Entwurfs steht ein großformatiger Viel-Farbdruck auf Aluminiumplatte. Er zeigt eine Vergrößerung des Acrylbildes „Blick aus dem Fenster“ von M. Lembke.

Der Ausblick zeigt einen blühender Pflaumenbaum auf einer Wiese - eine Metapher für das einzig Gewisse im Leben, die Bewegung und Veränderung. Der blühende Obstbaum und die gesamte Dominanz der grünen Bildanteile bestimmen die Farbpallette, die durch ein „sehr helles leicht blaustichiges Rosa“ der Wandfarbe ergänzt wird. Die Pflaume ist seit der Jungsteinzeit bekannt und  damit eine der ältesten Pflanzen der Welt. Ihre ursprüngliche Heimat ist Asien.

Insgesamt verneigt sich der Entwurf vor den asiatischen Einflüssen, wie Meditation, Harmonielehre, „Kirschblütenzerremonie“, Steingärten,  u.v.m., die im europäischen Lebensraum eine Erweiterung darstellen.

Die Beschreibung „Meditationsraum“ möchte die gewünschte Erwartung einer tiefen Ruhe erzeugen bzw. unterstützen.





Presse:

Aus: 03.01.2013, Verdener Aller Zeitung

Ort der Stille: Startschuss für künstlerisches Projekt


Verden. Welche Möglichkeiten haben Patienten, Angehörige und Besucher, sich im turbulenten Klinikalltag für einen kurzen Moment zu besinnen? Vor einigen Jahren richtete die Klinikseelsorge unter tatkräftiger Unterstützung der „Grünen Damen“, dem Besuchsdienst der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Krankenhaushilfe, in Verden einen Raum der Stille ein. Im Zuge des Neubaues der Intensivstation musste dieser jedoch verlegt werden. Auf Einladung der Geschäftsführerin der Aller-Weser-Klinik (AWK), Marianne Baehr, trafen sich Dozentinnen und Studierende der Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg, um gemeinsam mit Mitgliedern der Klinik und der Krankenhausseelsorge ein Musterprojekt zur künstlerischen Neugestaltung des Raums der Stille zu starten. Fünf Studierende der Hochschule haben sich unter der Leitung von Prof. Friederike Gölz und Prof. Elke Wolf bereit erklärt, im Rahmen einer künstlerischen Projektarbeit verschiedene Entwürfe zur Neugestaltung zu kreieren. Diese werden im Februar präsentiert, bevor einer umgesetzt wird. Prof. Gölz zeigte sich sehr erfreut, dass in beispielhafter Weise künstlerische Aspekte in den Krankenhausalltag einflössen. „Unsere Studierenden sind hoch motiviert, sich dieser spannenden Herausforderung zu stellen“, so Prof. Elke Wolf, Dozentin für die künstlerische Lehre. Pflegedirektorin Christine Schrader und Chefarzt Dr. Peter Ahrens betonten die Wichtigkeit eines Ortes, wo die Menschen im Krankenhaus die Möglichkeit haben, in Ruhe ihre Gedanken zu ordnen und einen Raum für Gespräche zu haben. Wer am Ergebnis dieser Arbeiten interessiert ist, kann sich gerne in der Verwaltung melden.

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„Die Blüten fielen - Und still geworden sind nun. Die Menschenherzen“ (japanischer Haiku)
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